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Wir über uns
 

19.11.2008 TRANSNET steht für Transport, Service, Netze. Mit diesem Namen, den wir uns im Jahr 2000 bewusst gegeben haben, ist der Anspruch unserer Gewerkschaft bereits umrissen. Es geht nicht mehr ausschließlich um Bahnbeschäftigte oder Mitarbeiter der (ehemaligen) Deutschen Bundes- oder Reichsbahn. Das Land hat sich verändert, der Alltag auf der Schiene und im Verkehrssektor hat sich verändert, unsere Organisation hat sich verändert. Dies kommt im Namen TRANSNET zum Ausdruck. Und der ist Programm.

Transport, Service, Netze

Unsere Gewerkschaft organisiert weiterhin die Beschäftigten im Transportsektor, seien es Zugbegleiter im Fernverkehr auf der Schiene, seien es Lokführer in allen Bereichen oder seien es Busfahrer in den ehemaligen Bundes-Busbetrieben. Doch mit dem Wandel in der Verkehrsbranche, mit den Veränderungen bei der Deutschen Bahn, der Schaffung selbstständiger Bereiche unter dem Konzerndach, war es wichtig, auch den Begriff Service stärker zu berücksichtigen.

TRANSNET organisiert Servicekräfte: sei es am Servicepoint auf Bahnhöfen, sei es in den Reinigungs- oder Sicherheitsgesellschaften im Bahn-Bereich. Und Netz ist Schienen-Netz, aber auch mehr.

Die Beschäftigten von Arcor und der DB Telematik finden bei uns ihre gewerkschaftliche Heimat, deshalb steht auch für sie der Begriff Netz. Unsere Mitglieder verstehen sich heute nicht mehr ausschließlich als Eisenbahner. Durch Organisationsveränderungen, Neugründungen von Betrieben, Wettbewerb aller Orten, hat sich das Berufsbild verändert, haben sich die Anforderungen an ihre Gewerkschaft verändert. TRANSNET trägt diesen Anforderungen Rechnung. Unsere Organisationsstruktur hat sich, ebenso wie der Name, diesen Bedürfnissen angepasst.

Wettbewerb fordert Umdenken

Die Anforderungen an die TRANSNET verändern sich und werden sich weiter verändern. Mit der Zunahme des Wettbewerbs in Deutschland, mit dem Aufbrechen nationaler Abschottung innerhalb Europas und mit dem Fortgang der Globalisierung weltweit, verändern sich die Arbeitsbedingungen – für jeden Einzelnen, aber auch für unsere Gewerkschaft.

Die Europäisierung im Wettbewerb und die Globalisierung auf dem Transportmarkt nimmt zu. Es wird nicht möglich sein, diesen Trend zu stoppen. Diese Entwicklung muss gestaltet, muss mitgestaltet werden. Nur so gibt es für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Organisationsbereich die Chance, dass ihre Interessen vertreten und durchgesetzt werden. In wenigen Jahren wird der europäische Schienenverkehr komplett im Wettbewerb stehen. In Deutschland waren die Anfänge bereits 1996 zu spüren, als mit Einführung des Regionalisierungsgesetzes ausländische Unternehmen verstärkt auf den hiesigen Nahverkehrsmarkt drängten. Inzwischen sind zahlreiche Bahnen eine feste Größe auf dem deutschen Markt. Im Güterverkehr sind ähnliche Tendenzen zu beobachten.

Europa macht eben vor unseren Grenzen nicht halt. Seit März 2003 stehen rund 50.000 Schienenkilometer des europäischen Güterverkehrsnetzes, darunter auch Korridore in unserem Land, im Wettbewerb. Diesen Wettbewerb müssen wir mitgestalten. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht zu Verlierern dieser Entwicklung werden, der Wettbewerb darf nicht zum Wettkampf um die niedrigsten Einkommen und schlechtesten Sozialbedingungen werden.

Gemeinsam in Europa

Deshalb steht TRANSNET in Europa nicht alleine. Gemeinsam mit unseren Partnergewerkschaften engagiert sich unsere Gewerkschaft in der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF). Innerhalb der Sektion Eisenbahn finden beispielsweise Verhandlungen mit der Gemeinschaft Europäischer Bahnen (GEB) statt. Dabei gilt es einerseits, für gemeinsame Ziele zu streiten. Sowohl ETF, als auch GEB, suchen immer wieder das Gespräch mit den politischen Verantwortlichen in Brüssel und Straßburg. Die Politik muss dafür sorgen, dass Investitionen in das Schienennetz fließen- in ganz Europa.

Wenn wir funktionierende Verbindungen haben wollen, brauchen wir ein modernes Netz. Notwendig ist beispielsweise die Vereinheitlichung der Sicherungs- und Leitsysteme. Außerdem müssen die unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen innerhalb der Staatengemeinschaft zwischen einzelnen Verkehrsträgern beseitigt werden. Andererseits steht neben dem gemeinsamen Streit für den ökologisch sinnvollsten Verkehrsträger die Auseinandersetzung um die Interessen der Beschäftigten. Naturgemäß verlaufen diese Verhandlungen zwischen den Sozialparteien ETF und GEB dann nicht mehr in gleicher Harmonie ab. Unser europäisches Ziel mit unseren Partnergewerkschaften bleibt: im zusammenwachsenden Europa vereinte Politik für die Belange unserer Kolleginnen und Kollegen zu machen.

Es ist besser, wenn es den Sozialparteien gelingt, einen Konsens zu erarbeiten. Besser jedenfalls, als wenn eine Kommission in Brüssel dann Richtlinien verabschiedet, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Wir werden uns aktive Gedanken um europäische Tarifpolitik machen, wir werden weitere europäische Betriebsräte brauchen. Bei der DB AG kam das Gremium bereits Mitte 2005 erstmalig zusammen und nahm seine Arbeit auf. Unternehmen breiten sich aus:

Ganze Betriebe in Europa oder weltweit werden dazu gekauft. Unsere Arbeit für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darf dem Renditestreben der Arbeitgeberseite nicht hinterherhecheln. Deshalb werden wir uns dieser Entwicklung stellen.

TRANSNET ist die größte Verkehrsgewerkschaft in Europa. Unsere Verpflichtung und unser Auftrag ist es, im gemeinsamen Handeln mit unseren Partnern, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Wir brauchen die konkrete Zusammenarbeit der Gewerkschaften in Europa.


Gemeinsam über Grenzen hinweg

Zum internationalen Engagement der TRANSNET gehören die Aktivitäten innerhalb der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF). Längst machen Konzerne ihre Geschäfte nicht nur innerhalb unseres Kontinents. Das Streben des Managements heißt immer wieder, einen „global player“ aus ihren Unternehmen zu machen. Deshalb müssen auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Platz in den globalen Aktivitäten finden. Hierzu gestaltet die ITF. Ihre Rolle wird in Zukunft noch stärker. Sie wird mehr Verantwortung übernehmen (müssen).

Der Ursprung

Vor über 100 Jahren wurde die TRANSNET gegründet. Damals als Verband der Eisenbahner. Am 8. Dezember 1896 wurde die erste Eisenbahnergewerkschaft auf deutschem Boden in Hamburg aus der Taufe gehoben. Mit der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten kam am 2. Mai 1933 das Aus – alle freien Gewerkschaften in Deutschland mussten sich dem Joch der Nazis unterwerfen. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte am 25. März 1948 die Wiedergründung, diesmal als Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED). Unsere Gewerkschaft zählte zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Am 24. Oktober 1990, drei Wochen nach der Wiedervereinigung, erfolgte der Beitritt der in der DDR gegründeten Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) zur damaligen GdED. Erstmals nach dem Krieg entstand dadurch eine Eisenbahner-Gewerkschaft für ganz Deutschland.

Berufe und Organisation

TRANSNET organisiert heute über 250.000 Mitglieder. Insgesamt rund 100 Berufe und Berufsbilder finden sich in unserer Gewerkschaft wieder. Dazu zählen der Lokführer ebenso wie der Kapitän auf der Ostsee im Dienst von Scandlines. Dazu zählt der Rangierer ebenso wie der Entstörer beim Telekommunikationsanbieter Arcor. Dazu zählt der Fahrer der Pistenraupe auf der Zugspitze ebenso wie der Reiseberater im Reisezentrum. Dazu zählen Beschäftigte der Deutschen Bahn AG ebenso wie Mitarbeiter bei über 280 anderen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen. Auch die Beschäftigten im öffentlichen Bereich, beim Bundeseisenbahnvermögen, beim Eisenbahn-Bundesamt oder bei der Bahn-BKK finden in der TRANSNET ihre gewerkschaftliche Heimat. Die Mitgliedschaft ist ein Spiegelbild der Organisationslandschaft der TRANSNET. Als Einheitsgewerkschaft gehören unserer Gewerkschaft sowohl Tarifbeschäftigte wie auch Beamte an. TRANSNET erreicht in den Betrieben bundesweit einen Organisationsgrad von gut 70 Prozent.

Tarifpolitik

Tarifpolitik ist natürlich Kerngeschäft der TRANSNET. Über 200 Einzelunternehmen sind Tarifpartner unserer Gewerkschaft. War einst fast ausschließlich die Deutsche (Bundes/Reichs) Bahn hierzulande unterwegs, finden sich heute fast 300 Eisenbahnverkehrsunternehmen auf hiesigen Gleisen wieder.

Der Wettbewerb hat auch die Schiene erfasst – und er wird sich fortsetzen. Bis 2015 soll der gesamte Schienenpersonen-Nahverkehr im Wettbewerb stehen. Kratzen die Konkurrenten der DB heute noch an der 10-Prozent-Marke, wird ihr Anteil in wenigen Jahren bedeutend höher liegen. Ausschreibungen der Jahre 2002 und 2003 zeigen, dass Unternehmen -wie Connex- sich ihren Anteil am Kuchen sichern und diesen ausbauen. Allerdings ist zu erwarten, dass es einen Konzentrationsprozess geben wird: Kleinere Bahnen werden sich zusammenschließen, der Markt wird von einigen Großen der Branche beherrscht werden. An dieser Entwicklung muss sich auch TRANSNET orientieren. Die Tarifpolitik muss kreativ auf diese Erwartungen reagieren. Deshalb reicht es nicht aus, je nach Bedarf, Haustarifverträge abzuschließen. Ein Flächentarifvertrag Schiene scheint der einzige Weg zu sein, Lohn- und Sozialdumping im Wettbewerb zu verhindern.

Pro Jahr verhandelt unsere Gewerkschaft über 100 Tarifverträge für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dabei geht es um Einkommen, Arbeitszeit, Zulagen, Bestandssicherung oder betriebliche Interessenvertretung. Die Tarifpolitik der TRANSNET dokumentiert in zahlreichen maßgeschneiderten Verträgen, wie flexibel und modern unter einem großen Dach Tarifinteressen gestaltet werden können. Die Mitglieder werden an dem Prozess beteiligt: In regionalen Tarif-Dialogen diskutieren und formulieren unsere Mitglieder die tarifpolitischen Forderungen.

TRANSNET dokumentiert, dass sich die Tarifautonomie in Deutschland bewährt hat. Fortwährende Angriffe gegen die Tarifautonomie, vor allem aus bestimmten politischen Ecken und von einigen Vertretern aus Arbeitgeberverbänden, sind zum Scheitern verurteilt. Wer sog. Tarifkartelle entmachten und Lohnverhandlungen in einzelnen Betrieben führen will, dem geht es nicht um mehr Flexibilität. Hier sollen nicht etwa nur Verhandlungsrechte eingeschränkt werden, hier soll der bislang funktionierende soziale Dialog gesprengt werden. Mit welchen Mitteln sollen Betriebsräte die Tarifforderungen durchsetzen? Wollen wir wirklich den Streit um Arbeitszeiten, Bezahlung und Urlaub in die jeweiligen Betriebe verlagern? So kann Wettbewerb nicht aussehen. Der Tarifvertrag und vor allem der Flächentarifvertrag haben regulierende Wirkung. Konflikte werden aus einzelnen Unternehmen, Betrieben oder gar Betriebsteilen herausgehalten. Der Flächentarif gibt Unternehmern und Arbeitnehmern Planungssicherheit. Deshalb muss die Tarifautonomie auch künftig ein in unserem Land zu schützendes hohes Gut darstellen.

Mitbestimmung

Zur aktiven Gewerkschaftsarbeit gehört selbstverständlich auch das Engagement in Betriebsräten und Personalvertretungen. Fast 80 Prozent der Betriebsräte im Bereich der Bahn AG und der anderen Schienen-Unternehmen sind Mitglieder der TRANSNET. Insgesamt stellt unsere Gewerkschaft über 3.000 Mandate. Ähnlich sieht es bei den Jugend- und Auszubildenden- sowie den Schwerbehindertenvertretungen aus. Ein großer Vertrauensbeweis. Unsere Mandatsträger haben die schwierige Aufgabe, die Interessen von Arbeitnehmern und Betrieben in Einklang zu bringen. Zugleich sind auch sie Ansprechpartner für TRANSNET. Das nötige Rüstzeug für clevere und kreative Betriebsratsarbeit liefert die Bildungsgesellschaft unserer Gewerkschaft – die TRANSMIT. Auch Personalratsarbeit gehört in den verschiedenen Bereichen mit dazu.

Die meisten Mandate werden hier ebenfalls von Kandidatinnen und Kandidaten der TRANSNET bekleidet. Zur Kontrolle von Aktiengesellschaften gibt es Aufsichtsräte. Fast alle Arbeitnehmer-Mandate im Organisationsgebiet der TRANSNET werden durch Vertreter unserer Gewerkschaft wahrgenommen. Eine großer Vertrauensbeweis, aber auch große Verantwortung, geht es doch u.a. darum, Bilanzen abzusegnen oder Planungen zuzustimmen.

Verkehrspolitik

In der Verkehrspolitik mischt TRANSNET mit. Die Interessenvertretung der Beschäftigten im Verkehrssektor kann ohne gesundes Engagement im politischen Bereich nicht funktionieren. Schließlich sind die Arbeitsplätze u.a. von den Investitionen des Bundes in das Schienennetz oder von den Mitteln, die die Länder für den Regionalverkehr bereit stellen, abhängig.

Deshalb wird sich unsere Gewerkschaft immer zu Wort melden, wenn beispielsweise der Verkehrsetat im Bundestag beraten wird. Zur Verkehrspolitik gehören aber auch die Wettbewerbsbedingungen: Gerade bei den Steuern bestehen zahlreiche Ungleichbehandlungen im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern. Die Schiene braucht jedoch eine faire Chance im Streit mit dem Flugzeug und dem Auto. Auch dafür streitet TRANSNET.

Bündnisse für faire Verkehrspolitik

Die Allianz pro Schiene wurde im Juni 2000 auf Initiative unserer Gewerkschaft ins Leben gerufen. Zahlreiche Mitgliedsverbände und Fördermitglieder gehören ihr an. Der erste Lobby-Verband für die Interessen des ökologisch sinnvollsten Verkehrsträgers unterstützt eine faire Verkehrspolitik. Umweltorganisationen, Automobilclubs, Gewerkschaften und nicht zuletzt Bahnunternehmen und Betriebe der Schienenwirtschaft gehören zu dieser Allianz.

Dieses Bündnis macht Sinn, es findet Gehör und gehört bereits zur politischen Kultur. Die Schiene braucht Unterstützer, denn von ihr hängt die Mobilität von morgen ab. Vergessen wir nicht: Allein der Güterverkehr soll bis 2015 um über 60 Prozent zunehmen. Wenn sich diese Tonnage dann komplett über die Straßen wälzt, werden Dauerstaus die Folge sein. Deshalb müssen Schienenwege ausgebaut und saniert werden. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Dafür kämpfen TRANSNET und die Allianz pro Schiene. Unsere Gewerkschaft arbeitet aber auch mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienen-Personennahverkehrs (BAG-SPNV) zusammen.

Die Mobilitätsoffensive der Bundesregierung, an der alle Verkehrsträger beteiligt sind, ist auf maßgebliche Initiative unserer Gewerkschaft zurück zu führen.

Beamtenpolitik

Die Beamtenpolitik gehört nach wie vor zum Kernbereich unseres gewerkschaftlichen Handelns. Allein im aktiven Dienst bei der Deutschen Bahn AG finden sich über 50.000 verbeamtete Kolleginnen und Kollegen. Ihre Interessen brauchen wirkungsvolle Vertretung. Das schwierige Zusammenspiel zwischen dem Beamtenrecht und einem Wirtschaftsunternehmen muss geregelt sein. Gemeinsam mit ihren Personalräten ist TRANSNET deshalb vor Ort aktiv. Die Arbeit unserer Gewerkschaft stellt sich aber zusätzlich unter dem Dach des DGB dar. Schließlich sind Beamtinnen und Beamte dem gnadenlosen Populismus ausgesetzt, der der Öffentlichkeit verkaufen will, Beamte seien überflüssig, behäbig und faul. Die Politik stimmt in diesen Chor bisweilen ein, sie versäumt es jedoch, das Beamtenrecht zu reformieren. Ein modernes Beamtenrecht kann sich nicht an Kürzungen und Kahlschlag festmachen. Vielmehr müssen Anreize geschaffen werden, die den Anforderungen der Öffentlichkeit, aber auch den Interessen der Staatsdiener gerecht werden.

Sozialpolitik

TRANSNET ist in Selbstverwaltungsgremien der Eisenbahner aktiv und gestaltet hier mit. Natürlich stehen aber die tiefgreifenden Veränderungen, die unsere Gesellschaft beschäftigen, an oberster Stelle. Seien es die Debatten um die Rente oder die Diskussion um neue Wege in der Gesundheits- oder Steuerpolitik. Reform wird in Deutschland immer mehr zum Inbegriff von Angst. Schuld daran sind die politisch Verantwortlichen. Immer wieder geht es nämlich offenkundig nur darum, zu streichen, zu knapsen, zu kürzen. Dabei wird von unten nach oben verteilt. Ein System, das nicht funktionieren kann. Reformen nur zu Lasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern darf es nicht geben. Deshalb engagiert sich TRANSNET. Wir wollen eine Gesellschaft, in der Lasten gerecht verteilt werden.

TRANSNET im DGB

Eine Gewerkschaft kann nicht allein stehen. TRANSNET gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund an. In alle Themen ist unsere Gewerkschaft in die Arbeit des Bundes der Gewerkschaften eingebunden.

Der DGB ist mit über sieben Millionen Mitgliedern eine entscheidende Größe in unserem Land – auch wenn gerne vom schwindenden Einfluss durch sinkende Mitgliedszahlen gesprochen wird. Dennoch vergeht kaum eine Diskussion zur Tarif-, Sozial-, Arbeitsmarkt- oder Wirtschaftspolitik, in der nicht der DGB gehört wird. Eine feste Größe in unserem Lande, wenn es um Interessen von Beschäftigten und Arbeitslosen geht. Wer also Einfluss und Größe in der Gesellschaft nur an Mitgliedszahlen festmachen will, der geht einen falschen Weg. Nicht nur Gewerkschaften haben heutzutage unter weniger Beitragszahlern zu leiden, auch Verbände, Vereine und nicht zuletzt die Parteien kennen dieses Phänomen. Unsere Aufgabe wird es deshalb auch in den kommenden Jahren sein, wieder mehr Menschen für die gewerkschaftliche Idee zu gewinnen: Für Werte der Gerechtigkeit und der Solidarität. Und das wird nötig sein: Denn die Arbeitswelt wird keineswegs humaner werden. Sie wird sich weiter verändern, der Druck auf Arbeitsplätze wird zunehmen.

Enge Partnerschaften

Auch innerhalb des DGB gibt es enge Partnerschaften und immer wieder Bündnisse zu bestimmten Themen mit den Einzelgewerkschaften.

So hat TRANSNET beispielsweise mit IG Metall zum Thema Bahnwerke eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Aber auch mit ver.di, der NGG, der IG BAU und der GdP gibt es eine enge Zusammenarbeit. Doch nicht nur innerhalb des DGB finden sich Kooperationspartner. Seit 2002 arbeitet unsere Gewerkschaft mit der GDBA zusammen, die ihre Heimat im Deutschen Beamtenbund findet. Dazu wurde zunächst eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Tarifpolitik geschlossen. Seither beschließen die Tarifkommissionen beider Gewerkschaften ihre Forderungen zusammen, seither werden Verhandlungen mit den Arbeitgebern gemeinsam in einer Verhandlungsgemeinschaft geführt. Seit Mitte 2005 fungieren TRANSNET und GDBA in fast allen Bereichen der Tarifpolitik als Tarifgemeinschaft. Sämtliche Aktivtäten wurden auch in einem eigenen Büro gebündelt. Einmalig in Deutschland, dass eine DGB-Gewerkschaft und eine DBB-Organisation gemeinsam dem Arbeitgeberlager gegenüberstehen. Nach den bisher guten Erfahrungen wurde diese Kooperation auch auf die Bereiche Sozial-, Unternehmens-und Verkehrspolitik ausgedehnt.

Vertrauenspersonen: Magneten im Betrieb

Die Arbeit der Vertrauenspersonen (VP) ist ein wichtiges Standbein der TRANSNET in den Betrieben unseres Organisationsbereiches.

Rund 7.500 Kolleginnen und Kollegen sind ehrenamtlich vor Ort für unsere Gewerkschaft tätig. Neben ihrer dienstlichen Tätigkeit sind sie Ansprechpartner für TRANSNET. VP-Arbeitskreise -überregional, regional und örtlich- sorgen für die Kommunikation untereinander. Gemeinsam mit den Betriebsräten sind die VP das Bindeglied zu den Mitgliedern im Betrieb.

Struktur der TRANSNET

Der Hauptvorstand wird inzwischen von zwei Zentralen repräsentiert. Frankfurt am Main und Berlin. Hintergrund ist, dass zahlreiche Schienen-Unternehmen ihren Sitz in der Mainmetropole haben, wiederum andere in die deutsche Hauptstadt gezogen sind. Dort wird vor allem auch die Verkehrspolitik des Bundes gemacht.

Gewerkschaft TRANSNET
Zentrale Frankfurt am Main
Weilburger Straße 24
60326 Frankfurt am Main
Tel (069) 75 36 0
Fax (069) 7536 223
Gewerkschaft TRANSNET
Zentrale Berlin
Chausseestraße 84
10115 Berlin
(030) 42 43 90 0
(030) 42 43 90 95

Höchstes Beschlussgremium ist der Gewerkschaftstag, der alle vier Jahre einberufen wird. Er bestimmt die Richtlinien der Politik und der Arbeit der TRANSNET. Die Delegierten wählen den Vorstand. Im Vorfeld des Gewerkschaftstages finden die Konferenzen der 15 Bezirke unserer Gewerkschaft und die Bundeskonferenzen der Frauen, Jugend, Senioren sowie der Betriebsund Personalräte statt. Dem vorgelagert sind die Ortsdelegiertenkonferenzen, die auch Anträge an den Gewerkschaftstag formulieren können. Zwischen den Gewerkschaftstagen ist der Beirat das höchste Entscheidungsgremium, der zweimal jährlich zusammenkommt. TRANSNET gliedert sich in 15 Bezirke. Die Mitglieder werden in 167 Ortsverwaltungen von Niebüll im Norden bis Lindau im Süden, von Aachen im Westen bis Frankfurt/Oder im Osten betreut. Immer größere Bedeutung kommt den Servicebüros zu, die TRANSNET flächendeckend eingerichtet hat. Bundesweit gibt es in 13 größeren Städten Servicebüros.

Mitgliedschaft

Mitglied der TRANSNET können Kolleginnen und Kollegen aus allen Betrieben der Verkehrswirtschaft bzw. von Unternehmen der Deutschen Bahn AG und deren Sozialeinrichtungen werden. Der monatliche Mitgliedsbeitrag beträgt 1 Prozent vom Bruttoeinkommen. Auszubildende zahlen 0,5 %, für Rentner und Pensionäre beträgt der Beitrag 0,7 Prozent von ihrer Versorgung bzw. ihrer Rente.

Mitglieder erhalten umfangreiche Leistungen. Dazu zählt u.a. eine Rechtsschutzversicherung für dienstliche aber auch für private Streitigkeiten. Ebenso ist im Beitrag eine Freizeit- und Berufs-Unfallversicherung enthalten. Bildungsangebote und Seminare gehören ebenfalls zum Leistungspaket.

Einrichtungen der TRANSNET

Das Bildungs- und Förderungswerk (BFW) unserer Gewerkschaft liefert Fachliteratur zu den unterschiedlichsten Themen. Von PC-Anwendung bis hin zu technischen Fragen des Schienenverkehrs. Die Bildungseinrichtungen TRANSMIT und TRANSBIT organisieren sämtliche Bildungsmaßnahmen der TRANSNET. Dazu gehören Schulungen für Betriebs- und Personalräte ebenso wie Seminare zu allgemeinen politischen oder gesellschaftlichen Themen.

Das Europ-Camp in Eze sur Mer liegt direkt oberhalb von Monaco. Das Haus steht vor allem Jugendlichen zur Verfügung. Das „Haus Hammersbach“ ist das Ferienhotel der TRANSNET. Es liegt malerisch am Fuß der Zugspitze und kann für Schulungen ebenso wie für Urlaub genutzt werden. Haus Hammersbach verfügt über alle Annehmlichkeiten eines modernen Hotels, inklusive Schwimmbad, Sauna und Wellness-Bereich.


 
 

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